Regionalkonferenz Smart Region

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Herr von Ingelheim, die Regionalkonferenz Smart Region hat sich mit Fragen der Digitalisierung und mit Herausforderungen rund um Arbeit und Leben beschäftigt. Welche Haupterkenntnis ist Ihnen in Erinnerung geblieben?
Wir leben in Zeiten des Umbruchs, getrieben durch den technologischen Wandel und den globalen Wettbewerb, mit hoher Relevanz für Gesellschaft, Wirtschaft und die Arbeitsplätze der Zukunft. Deutlich wurde, dass die aktuelle Situation hier in der Region durchaus mit der Mitte der 90er Jahre vergleichbar ist, als die erste Regionalkonferenz stattfand. Die immensen Herausforderungen können wir eben nur  gemeinsam bewältigen. Damals wie heute eint diese Erkenntnis und ein enormer Gestaltungswille die Akteure und Netzwerkpartner in der Region. Das ist einzigartig und stärkt unsere Wettbewerbssituation. Auch wurden mit den diskutierten Themen die entscheidenden Schwerpunkte für die Zukunftsfestigkeit unserer Region identifiziert.

In welchen Punkten ist die Region schon gut aufgestellt?
Aktuell herrscht Vollbeschäftigung und wir agieren selbstbewusst aus einer Position der Stärke heraus. Zurecht. Die hiesige Forschungs- und Hochschullandschaft ist exzellent und hoch anerkannt. Eine Vielzahl an technologisch führenden klein- und mittelständischen Betrieben, und natürlich die Großindustrie, hat ihren Sitz in der Region und verfügt über spezifisches Know-how in den relevanten Zukunftsthemen. Wir haben alle Kompetenzen hier vor Ort. Hinzu kommt, dass wir auch in Sachen Lebensqualität stark aufgeholt haben und die gemeinsame Vermarktung der Region erste Früchte trägt. „Alles da!“ ist Realität.

Wo sind die größten Baustellen in der Region Braunschweig-Wolfsburg? Und was ist zu tun?  
Obschon die Region insgesamt stark ist, ist sie nach wie vor in sich heterogen. Wolfsburg und Braunschweig boomen, die Peripherie – nicht nur der ländliche Raum – steht dagegen vor vielfältigen Herausforderungen. Ein umfassendes Regionalmanagement muss deshalb die lokalen Stärken stärken und die resultierenden Effekte dazu nutzen, die Schwächen zu mildern bzw. auszugleichen. Das ist der Weg in die gemeinsame Zukunft. Dies wird nicht immer ohne Härten bleiben, denn nicht überall wird alles für alle vorgehalten werden können. Aber es gilt sich regional so zu organisieren, dass  diejenigen kommunalen Gebietskörperschaften unterstützt werden, die sich nicht aus eigener Kraft helfen können. So eine regionale Herangehensweise und das resultierende verzahnte Handeln wäre meines Erachtens der Schlüssel für zukünftige Erfolge, gerade außerhalb der eingangs genannten Großstädte.

Welche Hilfestellungen kann die Politik unserer Region Braunschweig-Wolfsburg auf dem Weg zur Smart Region geben?
Unsere Region ist ein großer, attraktiver Wirtschafts- und Lebensraum – über alle administrativen und kommunalen Grenzen hinweg. Die beiden Industrie- und Handelskammern, deren Grenze mitten durch unsere Region geht, haben deshalb einen Kooperationsvertrag geschlossen, um ihre Zuständigkeitsgrenzen für die Unternehmen, ihre Kunden, unmerklich werden zu lassen. Sich gemeinschaftlich zu positionieren und vernetzt zu agieren muss noch mehr ins Bewusstsein rücken und die Handlungsmaxime für Politik und Verwaltung bleiben. Ganz im Sinne eines ganzheitlichen Regionalmanagements. Dazu zählt im Übrigen auch ein gemeinschaftliches Fördermittelmanagement. Das Land Niedersachsen, der Bund und die Europäische Union stellen Mittel bereit, um die digitale Transformation zu gestalten, Technologien zu erproben und etwaige Friktionen abzumildern. Das Bewerben um und Einwerben von Fördermitteln ist dabei stets an die konzertierte Zusammenarbeit von Städten und Kreisen, von Wirtschaft und Wissenschaft gekoppelt. Andere Regionen agieren hier oft cleverer, ohne besser zu sein.