Next Economy Award für Rittec

Gruppenfoto Rittec-Team
Foto: RITTEC/borowiakziehe
Große Freude beim Rittec-Team: Für seine Recycling-Technologie "revolPET" hat das Unternehmen den Next Economy Award erhalten. Anfang November ist Rittec im digitalen Pitch gegen die weiteren acht Finalisten angetreten, insgesamt waren 140 Bewerbungen für den Nachhaltigkeitspreis eingegangen.

Das Lüneburger Start-up Rittec Umwelttechnik hat den Next Economy Award 2021 (NEA) gewonnen. Der Preis wird im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises an Gründer übergeben, die den Wandel zu einer nachhaltigeren Wirtschaft mitgestalten. Überzeugt hat das Unternehmen mit seiner Technologieentwicklung „revolPET„: In Kooperation der TU Braunschweig hat das Rittec-Team ein patentiertes Verfahren entwickelt, um Plastikverpackungen vollständig zu recyceln. 

Porträt Carsten Eichert Für Carsten Eichert, Geschäftsführer der Rittec Umwelttechnik GmbH, ist die Auszeichnung ein Beleg dafür, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“.

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„Wir freuen uns riesig. Unser Ziel ist, dass unsere Technologie dazu beiträgt, die globale Herausforderung rund um Kunststoff-Verpackungen zu lösen“, sagt Rittec-Gründer und Recycling-Experte Carsten Eichert. 

Die Beseitigung von Plastikmüll ist eine weltweite Herausforderung – in mehrfacher Hinsicht: Zum einen haben sich die Mengen an Kunststoffverpackungen nach Angaben des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung in zwei Jahrzehnten verdoppelt. Zum anderen geht es darum, die Qualität des Kunststoffs beim Recycling zu erhalten. 

Besonders in der Nahrungsmittelbranche sind bunte und undurchsichtige Flaschen und Verpackungen sowie Mehrschicht-Folien, wie sie millionenfach für Käse, Wurst oder Tiernahrung zum Einsatz kommen, eine bislang ungelöste Recycling-Aufgabe. Allein in Deutschland können im dualen System laut dem Abfallmonitor 2017 des Instituts cyclos-http jährlich rund 200.000 Tonnen PET-Verpackungen nicht werkstofflich verwertet werden und landen in der Verbrennung. Europaweit liegen die Schätzungen bei mindestens 1,4 Millionen Tonnen Plastikmüll. 

Carsten Eichert und Prof. Stephan Scholl begutachen Plastikflakes in den Händen von Eichert. Rittec-Geschäftsführer Carsten Eichert (l.) und Prof. Dr. Stephan Scholl von der TU Braunschweig haben für „revolPET“ zusammengearbeitet.

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Um technologische Lösungen für die Erhöhung der Wertschöpfung in der Ressourcensicherung zu entwickeln, ist das Rittec-Team angetreten. Die Recyclingtechnologie „revolPET“ schafft eine Verwertung von PET-Abfällen zu hochwertigen Produkten auf Originalniveau – unabhängig vom Inputmaterial. Das könnte dazu beitragen, die globalen Herausforderungen mit PET-Verpackungen zu lösen.

Hinter der preisgekrönten Technologie stehen viele Partner: Die Entwicklung von „revolPET“ wurde über die Forschungsmaßnahme „Plastik in der Umwelt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Neben der Rittec Umwelttechnik GmbH beteiligt sind das Institut für Chemische und Thermische Verfahrenstechnik (ICTV) und das Institut für Werkzeugmaschinen (IWF) der TU Braunschweig, das Fraunhofer ICT, die Reclay Systems GmbH, die SCHILLER Apparatebau GmbH und die VTU Engineering Deutschland GmbH.