Rollende Fotoautomaten

Johanna und Jakob Kettenburg vor ihrem roten Fotomobil.
Foto: tonwert21.de
„Das Fotomobil-Geschäft ist unser zweites Standbein“: Johanna und Jakob Kettenburg haben mit ihrer Selbstständigkeit jede Menge Spaß.

Wer sind Sie und was machen Sie?
Wir vermieten mobile Fotoautomaten. Per Selbstauslöser können sich Gäste von Hochzeiten, Firmenfeiern, Messen und Geburtstagen in unseren knallroten Vans oder in unserem weißen Fotoautomaten fotografieren – und ganz besondere Erinnerungen mit nach Hause nehmen. Die Fotos werden sofort vor Ort im Postkarten- oder Streifenformat ausgedruckt und digital abgespeichert. Das Layout der Ausdrucke richtet sich ganz nach den Wünschen der Kunden. Logos, Texte, Farben und Grafiken lassen sich individualisieren. Unsere Fotomobile sind in ganz Norddeutschland unterwegs. Besonders gut gebucht sind wir vor allem in der Zeit zwischen Mai und September – der Zeit der Hochzeiten, Stadtfeste und Feiern.

Wie sind Sie auf die Idee gestoßen?
Auf unseren Reisen durch die Welt haben wir meistens in jedem Land Fotos in einem Fotoautomaten gemacht – und als Erinnerung an einer Pinnwand gesammelt. Menschen lieben Fotos, tragen sie oft aber nur digital auf dem Handy herum. Aus diesem Gedanken heraus und dank unserer Leidenschaft für Fotografie entstand unsere Geschäftsidee. Den ersten Van haben wir in der Tischlerei meines Vaters selbst gebaut und zunächst vor allem bei Hochzeiten in unserem großen Bekanntenkreis eingesetzt. Das Feedback war von Anfang an großartig. Dank begeisterter Kunden hat sich unser Angebot schnell rumgesprochen. Jeder Einsatz auf einer Hochzeit oder einer Firmenfeier ist Werbung für uns. Deshalb läuft unser Geschäft bis heute sehr gut.

Was machen Sie anders als andere?
Ehrlich gesagt vermeiden wir es, nach rechts oder links zu schauen. Das würde uns nur nervös machen. Wir waren unseres Wissens die ersten Fotomobile dieser Art auf dem Markt. Inzwischen gibt es natürlich Mitkonkurrenten und sogar ziemlich dreiste Kopien. Aber wir haben uns dank unserer frühen Marktpräsenz einen Namen gemacht und viele Kontakte. Von diesem Vorteil zehren wir bis heute. Was uns vielleicht auch in die Hände spielt und entspannt in die Zukunft blicken lässt: Das Fotomobil-Geschäft ist unser zweites Standbein. Johanna ist hauptberuflich Ärztin. Ich war in der Filmproduktion tätig, studiere im Moment und werde in naher Zukunft Lehrer sein. Die Selbstständigkeit mit den Fotomobilen läuft nebenbei – und wir haben damit und dabei jede Menge Spaß.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir werden unser Geschäft weiterhin im Nebenerwerb betreiben. Etwas anderes lassen unsere Jobs und unsere drei Kinder nicht zu. Vielleicht suchen wir uns perspektivisch Unterstützung im organisatorischen Bereich und geben Arbeiten ab, damit wir Familie, Job und Selbstständigkeit besser unter einen Hut bekommen. Auf jeden Fall wünsche ich mir auch in den kommenden Jahren eine ähnlich gute Auftragslage wie heute.

Was raten Sie anderen Jungunternehmern?
Erfolg und Zufriedenheit lassen sich erreichen, wenn man einer Leidenschaft folgt. Wer an seiner Idee Freude hat und sie wachsen lässt, bringt sehr gute Voraussetzungen für den Weg in die Selbstständigkeit mit. Man kann Dinge kaputt theoretisieren. Ich bin ein Freund der Praxis: Einfach machen, ausprobieren, loslegen.

Vervollständigen Sie folgenden Satz: Mein Glück wäre perfekt, wenn…
… wir auch weiterhin so viele Menschen mit unseren Fotos glücklich machen und dabei helfen, tolle Erinnerungen an wichtige Ereignisse im Leben festzuhalten.