Schmuckstücke aus Skandinavien

Foto: privat

Ulrike Fricke hat sechs Jahre in Schweden gelebt. Inzwischen wohnt sie in Lüneburg. Ihre Begeisterung für Skandinavien ist geblieben – und hat sie zu einem eigenen Unternehmen inspiriert.

Wer sind Sie und was machen Sie?
Ich verkaufe seit Oktober 2018 nebenberuflich handgefertigten Schmuck und ausgefallene Dekorations-Artikel aus Skandinavien – unter dem Namen „DAVVI nordic design“. Auf den Märkten der Region bin ich mit den Produkten von Künstlern aus Schweden, Dänemark, Finnland und Lappland unterwegs. Meine Kunden finden bei mir unter anderem Silberschmuck, Ohrringe aus Birken- und Eichenholz sowie Rentierlederarmbänder mit Knöpfen aus Rentier-Horn und kunstvoll geflochtenem Zinndraht. Hauptberuflich arbeite ich als Sprech- und Stimmtrainerin. Ich bin gelernte Logopädin und habe Sprecherziehung studiert. Berufsbedingt kommuniziere ich gern und viel – das kommt mir natürlich auch in meinem Nebenjob zu Gute.

Wie sind Sie auf die Idee gestoßen?
Ich habe sechs Jahre mit meiner Familie in Stockholm gelebt. In dieser Zeit konnte ich meinen sprachgebundenen Beruf nicht ausüben. Stattdessen bin ich in die Kultur des Landes eingetaucht und habe viele Kunsthandwerker kennengelernt. Die Kreativität und Natürlichkeit dieser Künstler haben mich sofort begeistert. Diese Begeisterung wollte ich nach meiner Rückkehr in Deutschland weiter lebendig halten. Der Gedanke einer Gründung ist also aus der Situation heraus geboren. Nach und nach habe ich mich mit der Umsetzung beschäftigt: Ich habe unter anderem mit Händlern gesprochen, recherchiert, einen Businessplan geschrieben, mit der IHK Kontakt aufgenommen und an der Fernuni Kurse belegt. Und so wurde aus der Idee langsam ein konkretes Projekt.

Was machen Sie anders als andere?
Mich treibt nicht der rein kaufmännische Gedanke, möglichst viele Produkte verkaufen zu wollen. Mein Antrieb ist vor allem persönlicher Natur. Ich kenne die Hersteller sehr gut. Ich fühle mich mit Skandinavien sehr verbunden. Und ich habe Spaß dabei, meine Liebe für die Produkte aus dem Norden weiterzugeben. Hinzu kommt: Ich bin finanziell unabhängig von dem nebenberuflichen Geschäft. Ich kann also ohne Druck an das Business herangehen – und weiterhin meine Fühler in viele Richtungen ausstrecken.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Ich würde gern innerhalb der nächsten Jahre mit noch mehr ähnlich Gesinnten in Kontakt kommen. Zusammen kann man mehr erreichen. Ich würde gern Ereignisse, ob kulturell oder handwerklich, auf die Beine stellen, die die Region bereichern. Man könnte zum Beispiel die Handwerker aus dem Norden mal nach Lüneburg holen oder andere Aktionen auf die Beine stellen. Darauf hätte ich große Lust.

Was raten Sie anderen Jungunternehmer*innen?
Wenn man ein neues Geschäft aufbaut, braucht man viel Enthusiasmus und Überzeugung. Als Grundlage hilft eine Ausbildung in dem Bereich, in dem man sich selbstständig machen will. Ich merke immer wieder, dass mir mit meinem Hintergrund einer Logopädie-Ausbildung das Lösen von Finanzierungsfragen sehr schwerfällt. Kommunizieren ist auch wichtig: Scheu muss man ablegen. Stattdessen: Vielseitig denken. Rückmeldungen einholen. Und auch wichtig: Man muss für sich selbst klären, was das Besondere an der eigenen Geschäftsidee ist.

Vervollständigen Sie folgenden Satz: Mein Glück wäre perfekt, wenn…
… mal Menschen auf mich zukommen würden. In den letzten Jahren bin ich sehr viel auf andere zugegangen und habe das Organisatorische in die Hand genommen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich öfter die Frage hören würde: „Hast Du mal Lust, bei Projekt XY mitzumachen?“