Small Talk, Big Business

Zwei Männer und drei Frauen stehen in einerm Büro zusammen und unterhalten sich. Unter ihnen sind zwei Asiaten, eine Afro-Amerikanerin und zwei Europäer.

Deutsche Geschäftsleute kommunizieren gern effizient und sind dafür in vielen Kulturen berühmt-berüchtigt. Mit Small Talk tun sie sich aber oftmals schwer. Dabei ist Small Talk in vielen Kulturen ein essentieller Bestandteil jedes Businessgesprächs: ohne die Kunst, durch scheinbar belanglose Themen Kontakte zu knüpfen, gibt es oft keinen Geschäftsabschluss.

Themen, die für Small Talk geeignet sind

Viele fragen sich, wie sie Themen finden, die für Small Talk geeignet sind. Der Trick ist, Gemeinsamkeiten zu finden, die Gesprächsstoff bieten. Wie das gelingt? Durch offene Fragen! Im Englischen beginnen diese Fragen mit What, Where, When, Who, Why How, How much und How many.

„What have you seen of Lüneburg so far?“ ist besser als „Do you like Lüneburg?” Im ersten Fall ist die Wahrscheinlichkeit deutlich größer, dass Sie einhaken können. Bei der zweiten Frage antwortet Ihr Gegenüber mit Pech nur mit  Ja oder Nein. Wenn Sie interessierende Punkte gefunden haben, müssen Sie nur noch die Konversation am Laufen halten. Achten auch Sie dabei darauf, offen zu antworten. Wenn Sie beispielsweise jemand fragt „Did you have a good flight?”, antworten Sie nicht nur mit „Yes, I did”, sondern geben Sie mehr Informationen: „Yes, thank you, it was very comfortable and the service was excellent.” Sie sollten dann auch gleich eine Gegenfrage stellen: „Have you ever flown with Lufthansa?“

Small Talk muss man sehen wie ein Tennisspiel, man wirft den Ball immer wieder zurück und hält somit das Gespräch am Laufen. Tipp: Machen Sie sich vor einer Geschäftsreise über die Small-Talk-Gepflogenheiten des Landes schlau, um sicher zu sein, dass Sie in kein Fettnäpfchen treten. Zum Beispiel kann man in den USA ohne Weiteres seinen Geschäftspartner fragen, was dessen Frau beruflich macht, aber in Saudi Arabien wäre die Frage nach der Ehefrau tabu.

Small-Talk-Themen, die man besser vermeidet

Einen guten Anhaltspunkt für geeignete Small Talk Themen gibt die Vier-Kreis Methode. Im äußeren Kreis stehen flüchtige Bekanntschaften oder neue Geschäftsbeziehungen. Mit diesen wird nur über das Wetter, Urlaub oder Restaurants gesprochen. Je näher man zum Inneren des Kreises rückt, desto enger wird die persönliche Beziehung – und desto persönlicher werden die Small Talk Themen.

In den ersten beiden Kreisen sollte man Themen wie Politik, Probleme, Krankheiten und alles Negative absolut vermeiden. Wenn das Thema Politik doch mal aufkommen sollte, gehen Sie es vorsichtig und respektvoll an und nutzen Sie Formulierungen wie „I’ve heard that…“, I’m not sure if it’s true but…

Komplimente sind gute Small-Talk-Starter

Eine andere gute Möglichkeit, Small Talk zu starten: Brechen Sie mit glaubhaften Komplimenten das Eis:

• I really like your office furniture.
• What a great view of the garden.
• I love those pictures on your wall.
• What a great presentation.

Und wenn Ihnen jemand ein Kompliment macht, antworten Sie mit „Thank you very much. I’m glad you like it!”

Ein guter Eindruck zum Abschied

Wenn Sie sich von jemandem nach dem Gespräch verabschieden möchten, sollten Sie auch dann etwas Positives sagen. Diese Sätze kommen immer gut an:
• I very much enjoyed being here today and talking to you. Have a great evening.
• I really enjoyed listening to your presentation. It is a shame I have to leave.
• Thank you very much for having me here today. I really enjoyed talking to you.

Wichtig ist, als Deutscher die Scheu vor kommunikativer Nähe und Komplimenten zu überwinden. Was Ihnen als zu persönlich erscheint, gehört in anderen Kulturen zu Geschäftsbeziehungen dazu. Dagegen kann die scheinbar effiziente deutsche Form der Kommunikation Geschäftspartner so vor den Kopf stoßen, dass Sie sich hinterher wundern, warum das Gespräch nicht den erhofften Verlauf nahm.