So gelingt der Weg aus der Insolvenz

Symbolfoto: Mann in Anzug, dessen Kopf nicht auf dem Bild ist, sitzt vor einem leicht wackeligen Turm aus Holzstäbchen.
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Das Gesetz zur erleichterten Sanierung von Unternehmen, kurz ESUG, bietet mit der Planinsolvenz nie dagewesene Optionen zur Bewältigung einer tiefgreifenden Unternehmenskrise.

Das Wort „Insolvenz“ impliziert gerade für viele Mittelständler immer noch, unternehmerisch gescheitert zu sein. Dabei bietet das seit 2012 geltende Gesetz zur erleichterten Sanierung von Unternehmen, kurz ESUG, mit der Planinsolvenz in Eigenverwaltung oder unter einem Schutzschirm bisher nie dagewesene Optionen zur Bewältigung einer tiefgreifenden Unternehmenskrise. Bei Unternehmern, aber auch bei Beratern ist diese Form einer Sanierung unter Insolvenzschutz bedauerlicherweise immer noch wenig bekannt. Aus Unwissenheit empfehlen deshalb Berater oft die Regelinsolvenz, die aber im Ergebnis zu einer Zerschlagung oder zumindest zum Verkauf des Unternehmens führt.

Bei der Planinsolvenz in Eigenverwaltung gibt es keinen Insolvenzverwalter und die bisherige Geschäftsführung bleibt im Amt. Üblicherweise begleitet ein erfahrener Sanierungsgeschäftsführer das Unternehmen durch das Verfahren. Dieser scheidet nach erfolgreichem Verfahrensabschluss wieder aus dem Unternehmen aus. Die für die Sanierung notwendige Liquidität kann zumeist ohne die Unterstützung von Banken generiert werden. Möglich ist dies durch eine ganze Reihe von Effekten (siehe Fahrplan). Im Verfahren bekommt das Unternehmen dadurch auch die liquiden Mittel für die in der Regel notwendige operative Sanierung, beispielsweise Personalabbau oder Investitionen in neue Geschäftsmodelle, denn die Krise hat meist operative Ursachen.

Am Ende des Verfahrens steht ein Sanierungsplan, der die Entschuldung des Unternehmens sowie die Befriedigung gesicherter und ungesicherter Gläubiger regelt. Diesem Plan müssen die Gläubiger zustimmen.

Über den Autor

Porträt Robert BuchalikRobert Buchalik ist Rechtsanwalt und Geschäftsführer der Rechts- und Unternehmensberatung Buchalik Brömmekamp (Düsseldorf, Frankfurt, Berlin, Dresden, Stuttgart), deren Fokus auf den Bereichen Sanierung sowie Restrukturierung liegt. Buchalik ist zudem Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes ESUG und Sanierung Deutschland.