Tourismusbranche bilanziert Sommersaison

Illustration Hotel mit Angestellten
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Insgesamt haben 74 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Lüneburg-Wolfsburg ihre Lage in den Monaten Mai bis Oktober sowie ihre Erwartungen an das laufende Winterhalbjahr beurteilt.

Die Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe im IHK-Bezirk sind laut der IHK-Saisonumfrage guter Stimmung: 71 Prozent bezeichnen ihre Geschäftslage im Sommer 2019 als gut, über ein Viertel als befriedigend, nur drei Prozent als schlecht. Einen neuen Spitzenwert erreicht der Konjunkturklimaindex für die Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe – mit 142 von 200 möglichen Punkten. Der Wert errechnet sich aus der Geschäftslage im Sommerhalbjahr und den Erwartungen an die Wintersaison.

Bei den Reisebüros und -veranstaltern dagegen sank der Klimaindex von 126 Punkten im Vorjahr auf 98 Punkte. „Gewiss hat sich dabei auch die Nachricht von der Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook im Umfrageergebnis niedergeschlagen“, analysiert Volker Linde, Leiter des IHK-Bereichs Standort- und Politikberatung. „Der Reiseveranstaltermarkt wurde von dieser Nachricht erschüttert und Reisebüros befürchten, dass das Kundenvertrauen in Pauschalreisen abnimmt.“ Knapp 30 Prozent der Betriebe erwarten, dass sich die Geschäftslage verschlechtert, nur 17 Prozent erwarten eine günstigere Geschäftslage. Dennoch berichteten knapp 30 Prozent laut Umfrage von einer guten, 51 Prozent von einer befriedigenden Geschäftslage.

Investitionen planen 92 der Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe, rund ein Fünftel der Betriebe will sogar mehr investieren, vor allem in Modernisierung, Produktinnovationen und Umweltschutz. Die Auswirkungen auf den touristischen Arbeitsmarkt bleiben allerdings überschaubar: Ein Fünftel der befragten Unternehmen plant Neueinstellungen, 22 Prozent sehen Reduzierungen vor.

Die IHK hat bei der Umfrage diesmal auch ausgewertet, ob die neuen Regelungen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes (FEG) dabei helfen können, Fachkräftelücken zu schließen. Ergebnis: Für 38 Prozent der Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe sowie rund ein Viertel der Reisebüros und -veranstalter ist es der Umfrage zufolge zu aufwendig, Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern einzustellen. Gut 71 Prozent der Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe und rund ein Viertel der Reisebüros und -veranstalter benötigt mehr Informationen zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz.

„Die Betriebe brauchen mehr Unterstützung bei der Akquise von Fachkräften aus dem Ausland, denn fast ein Drittel der Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe möchte gezielt Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern anwerben,“ sagt Linde.

Insgesamt haben 74 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Lüneburg-Wolfsburg ihre Lage in den Monaten Mai bis Oktober sowie ihre Erwartungen an das laufende Winterhalbjahr beurteilt.