Viele Wege für gute Ausbildung

Vor einer Tafel steht eine aus stiften gebastelte Rakete.
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Damit junge Menschen mit einer dualen Ausbildung durchstarten können, gibt es viele Angebote für Betriebe.

Assistierte Ausbildung

Mit der Assistierten Ausbildung (AsA) erhalten Jugendliche und deren Ausbildungsbetriebe eine intensive und kontinuierliche Unterstützung während der Berufsausbildung. Jugendliche können Sprachförderung, Unterstützung bei der Prüfungsvorbereitung, bei Konfliktsituationen oder im Ausbildungsalltag erhalten. Die Betriebe werden bei Verwaltung, Organisation und Durchführung der Ausbildung unterstützt. Dazu gehören regelmäßige Gespräche im Unternehmen und mit allen Beteiligten, also auch mit der Berufsschule und der IHK. Die AsA ist beispielsweise für Jugendlichen mit schwachem Schulabschluss oder Migrationshintergrund ein sinnvolles Modell, das individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen Betriebes abgestimmt wird. Die Assistierte Ausbildung kann auch eine vorgeschaltete ausbildungsvorbereitende Phase enthalten. Die Kosten werden vollständig von der Agentur für Arbeit übernommen. Weitere Informationen gibt es beim Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur 0800 / 4 5555 20 oder unter www.arbeitsagentur.de und weiter unter „Unternehmen“ und dann „Finanzielle Hilfen“.

 

Ausbildungsbegleitende Hilfen

Während einer Ausbildung können Jugendliche ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) erhalten. Das ist eine Art Stützunterricht, der in enger Abstimmung mit dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule individuelle zugeschnitten wird und in Fächern erfolgen kann, auchin der Fachtheorie und Fachpraxis. Zudem gibt es Hilfe und Beratung, wenn es zu persönlichen Problemen im Zusammenhangmit der Ausbildung kommt. Der Zeitaufwand für die abH beträgt drei bis acht Stunden wöchentlich, die üblicherweise außerhalb der Arbeitszeit liegen. Bei Bedarf können abH zu Beginn und jeder Zeit während der Ausbildung gewährt werden.  Ziele sind, einen Ausbildungsabbruch zu verhindern und die Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Für das Unternehmen fallen keine Kosten an. Weitere Informationen gibt es beim Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur 0800 / 4 5555 20 oder unter www.arbeitsagentur.de und weiter unter „Unternehmen“ und dann „Finanzielle Hilfen“.

 

Einstiegsqualifizierung

Die Einstiegsqualifizierung (EQ) ist ein betriebliches Langzeitpraktikum, das als Brücke in die Berufsausbildung dienen soll. Die Maßnahme dauert mindestens sechs Monate und ist inhaltlich auf die jeweiligen Ausbildungsberufe abgestimmt. Die EQ ist ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis und wird von der Bundesagentur für Arbeit finanziert. Förderberechtigt sind sowohl private als auch öffentliche Arbeitgeber. Die Agentur für Arbeit erstattet dem Betrieb bis zu 231 Euro im Monat für die Vergütung der EQ. Zusätzlich erhält das Unternehmen einen pauschalierten Anteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag. Der Arbeitgeber trägt lediglich die Sach- und Personalkosten der EQ und den Beitrag an die Berufsgenossenschaft. Die Einstiegsqualifizierung hat sich als geeignetes Instrument zur Integration junger Geflüchtete bewährt. Geflüchtete benötigen für die EQ eine Arbeitserlaubnis, aber nicht zwingend die Anerkennung laut Asylgesetz. Fragen dazu beantwortet IHK-Willkommenslotsin Susanne Schumacher, Tel. 04131 742-199.

 

IHK-Netzwerk für Ausbilder

Im IHK-Netzwerk „Dialog Ausbildung“ tauschen sich Ausbilder und Personalverantwortliche zu Fragen rund um die Nachwuchssuche sowie die Förderung und Entwicklung von Auszubildenden aus. Die Teilnehmer können auf den Veranstaltungen einen Blick hinter die Kulissen von regionalen Ausbildungsbetrieben werfen und sich untereinander austauschen. Auf dem Programm stehen Impulsvorträge zu ausbildungsrelevanten Themen. Die Teilnahme am Netzwerk „Dialog Ausbildung“ ist für die beteiligten Unternehmen kostenlos und findet pro Region drei Mal im Jahr statt.
 
Zum Thema „Azubi-Marketing mit Herz“ finden die nächsten Veranstaltungen statt in Celle am 7. Februar im Bildungszentrum Heimvolkshochschule Hustedt e.V.; in Lüneburg am 14. Februar bei der Panasonic Industrial Devices Europe GmbH; in Soltau am 21. Februar bei der Harry-Brot GmbH – Großbäckerei; in Uelzen am 28. Februar bei der Uelzena eG; in Wolfsburg am 5. März bei der „The Ritz-Carlton Hotel Management GmbH“ und in Neu Wulmstorf am 7. März bei der Albert Zajadacz GmbH & Co. KG.

Weitere Informationen gibt es bei IHK-Berater Christoph Gerstenberg, Tel. 04131 742-171.

 

IHK-Siegel „TOPAUSBILDUNG“

Um Betriebe dabei zu unterstützen, ihre Ausbildung zu verbessern und die gute Ausbildungsqualität auch nach außen sichtbar zu machen, bietet unsere IHK das Siegel „TOPAUSBILDUNG“ an.

Bei einem mehrstufigen Prozess erhalten die Unternehmen bereits durch den vorgeschalteten Qualitäts-Check eine strukturierte Darstellung des Ist-Zustands – und damit eine erste Idee, wo es möglicherweise Verbesserungspotenzial gibt. Zusätzlich geben die IHK-Ausbildungsberater Tipps. Möchte sich das Unternehmen seine guten Ausbildungsleistungen offiziell mit dem Gütesiegel bescheinigen lassen, muss es im letzten Schritt einer unabhängigen Überprüfung standhalten. Der Qualitäts-Check und die Fachberatung sind kostenfrei, erst wenn es zum Audit kommt, werden Gebühren in Höhe von bis zu 1.400 Euro fällig.