Walsrode setzt auf Wasserstoff

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Eine Wasserstofftankstelle könnte in Walsrode bald real werden: Statt aus Windkraft soll der Strom für die Elektrolyse aus Photovoltaik kommen.

Eine Wasserstofftankstelle am A27park Walsrode mit lokaler Wertschöpfungskette – das könnte bald real werden. Zumindest ist die Wasserstofftankstelle ein Resultat der EU-geförderten Machbarkeitsstudie im Auftrag der Wirtschaftsförderung Deltaland zusammen mit einer Steuerungsgruppe aus regionaler Wirtschaft und Kommunen. Das Büro Wenger Engineering aus Ulm hatte von November 2020 bis Juni 2021 die Potenziale der Wasserstofftechnologie für die Vogelparkregion untersucht.

Zentrales Ergebnis: Erneuerbare Energien können in der Vogelparkregion die Basis für eine regionale Wasserstoffproduktion darstellen. Dabei sollte die Region auf Strom aus Photovoltaik (PV) setzen. Laut Deltaland könnte auf dem Hallendach der Tankstelle eine PV-Anlage Strom erzeugen, die Projektierung durch einen Investor laufe. Ergänzend könnten PV-Strom von einer Freiland-Anlage der Stadt Walsrode sowie Windenergie vom Windpark Walsrode für die Vor-Ort-Elektrolyse genutzt werden.

Die Tankstelle könnte Deltaland zufolge Lkws und Flurförderzeuge ansässiger Logistikunternehmen mit grünem Wasserstoff versorgen. „Ein solches örtliches Verbundprojekt hätte Modellcharakter innerhalb der H2-Region Nordost-Niedersachsen, an der das Deltaland und der Heidekreis mitwirken“, so Deltaland.

Aufgrund der höheren Verkehrsfrequenz bietet sich der Studie zufolge auch eine Wasserstofftankstelle an der A 7 an. Perspektivisch denkbar sei auch eine Grünstromelektrolyse am Standort Bomlitz mit dem Ziel, dort in größerem Maßstab Wasserstoff zu produzieren. Allerdings sei dafür das Zusammenspiel von vorhandenen PV- und Windkraftanlagen, dem Industriepark Walsrode sowie dem Energie- und Umweltpark noch eingehender zu beleuchten. Ein Wermutstropfen ergibt sich aus der Studie für die Biogas-Branche: Solange Wasserstoff aus Biogas keine Anerkennung als „grün“ erhält, wird er nicht in der Breite einsetzbar sein.

Für die 75.000 Euro teure Machbarkeitsstudie hat die Wirtschaftsförderung Deltaland zu ihrem Eigenanteil einen LEADER-Zuschuss in Höhe von 50 Prozent eingeworben. Die Kofinanzierung teilen sich der Landkreis Heidekreis, die Stadtwerke Böhmetal und die Spedition Kruse.