Website informiert über Schleusenneubau

Bau der Schleuse in Scharnebeck
Foto: IHK Lüneburg-Wolfsburg
Die neue Schleuse Lüneburg am Schiffshebewerk Scharnebeck ist ein Jahrhundertbauwerk, welches viele Vorteile für die Region mit sich bringt.

Die neue Website www.schleuselueneburg.de ist ab sofort die zentrale Anlaufstelle für Informationen zur Schleuse Lüneburg in Scharnebeck. Hinter der Website steht eine Allianz aus dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, der Behörde für Wirtschaft und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg sowie unserer IHK Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW).

„Wir wollen Bürgerinnen und Bürger umfangreich und detailliert informieren und aufklären, um das Projekt zu beschleunigen“, sagt IHKLW-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert. Hintergrund ist, dass das Bauvorhaben 2020 in eine wichtige Phase geht: Ein Generalplaner wurde mit der Entwurfsplanung betraut, die Baugrunderkundungen sind abgeschlossen und die Erstellung des Baugrundgutachtens hat begonnen.

Im Osten des Landkreises Lüneburg, in Scharnebeck, soll in den nächsten Jahren im wahrsten Sinne des Wortes „Großes“ entstehen. Mit dem Bau einer Schleuse Lüneburg in Scharnebeck sind zahlreiche Erwartungen unserer Region, der Häfen am Elbe-Seitenkanal, aber auch des Hafen Hamburgs und der Industrie in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg verbunden: Zum einen soll der klimafreundliche Verkehrsträger Binnenschiff im Hinterlandverkehr des Hamburger Hafens gestärkt werden, werden doch in Zukunft deutlich modernere und damit emissionsärmere Schiffe den Elbe-Seitenkanal passieren können. Zum anderen wollen die Häfen in Lüneburg, Uelzen und Wittingen ihren Wachstumskurs auch in Zukunft fortsetzen und dabei neue Arbeitsplätze in der Region schaffen.

„Die neue Schleuse Lüneburg in Scharnebeck ist wichtig für unsere Region. Sie unterstützt die Häfen am Elbe-Seitenkanal in ihrer Entwicklung – und das schafft Arbeitsplätze und Steuereinnahmen für unsere Kommunen“, fasst Zeinert zusammen.

Die neue Schleuse Lüneburg in Scharnebeck ist wichtig für unsere Region.

Notwendig wird die neue Schleuse, weil das 1976 errichtete Schiffshebewerk Scharnebeck zu einem echten Engpass im gesamten norddeutschen Wasserstraßennetz geworden ist. Während nahezu alle Flüsse und Kanäle Norddeutschlands für die modernen, emissionsärmeren Großmotorgüterschiffe und Schubverbände befahrbar sind, verhindern die nur rund 100 Meter langen Tröge des Schiffshebewerkes die Nutzung dieser modernen, größeren Binnenschiffe auf dem Elbe-Seitenkanal. Schubverbände müssen ihrerseits aufwendig und zeitintensiv vor jeder Passage des Schiffshebewerkes entkoppelt werden. Mit der neuen Schleuse mit einer geplanten Kammerlänge von rund 225 Metern entstehen somit immense Potenziale für den klimafreundlichen Transport von Massengütern, aber auch für den Jahr für Jahr wachsenden Containertransport auf dem Elbe-Seitenkanal – und dies entlastet überfüllte Straßen und Schienenwege.

Die trimodale Anbindung der Region über den Lückenschluss der A 39, den Ausbau der Schienenverbindung Hamburg-Hannover und den Neubau der Schleuse Lüneburg in Scharnebeck stärkt die Wirtschaft vor Ort insbesondere vor dem Hintergrund der zu realisierenden Fehmarnbelt-Querung und der dadurch wachsenden Verknüpfung unserer Region mit Skandinavien. Niedersachsen ist Logistikland; zahlreiche Unternehmen tragen zum Transport, zur Veredelung und zur Weiterverarbeitung von Produkten aus ganz Europa bei und benötigen hierfür eine erstklassige und flexible Verkehrsinfrastruktur.

Mit aufs Tempo beim Schleusenneubau drückt auch das Land Niedersachsen. „Mit den Kapazitäten der Wasserstraße kann die Logistik noch besser und nachhaltiger werden“, sagt der niedersächsische Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann, betont aber auch: „Es reicht nicht aus, nur über mehr Verkehr auf der Wasserstraße zu reden, es muss auch angepackt werden.“

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) plant, die Schleuse Lüneburg in Scharnebeck als sogenannte Sparschleuse. Das bedeutet, dass bei jeder Schleusung im Vergleich zu einer normalen Schleuse weniger Wasser in das Unterbecken abgegeben und vor allem weniger Wasser wieder nach oben gepumpt werden muss. Und das spart Energie. Mit einer Höhe von rund 40 Metern wäre die neue Schleuse die höchste Sparschleuse der Welt und damit ein echtes technisches Meisterwerk. Schon heute zieht das Schiffshebewerk in Scharnebeck viele Besucher an – die neue Sparschleuse dürfte bereits in der Bauphase ein neuer Touristenmagnet für die Region werden.