Werbefläche auf Rädern

In einer Lieferhalle steht ein kleines Fahrzeug mit offener Heckklappe, im Vordergrund ist unscharf ein Mann zu sehen, der eine gelbe Postkiste trägt.
Foto: PaxMove
Paxter, nennt das Unternehmen PaxMove aus Soltau das kleine E-Fahrzeug. Interessant ist das Angebot für Liefer- und Paketdienste, denn die integrierten digitalen Werbeflächen können vermietet werden, sodass sich der Paxter quasi von selbst finanziert.

Wer sind Sie und was machen Sie?
Mein Name ist Ronny Ryll und ich bin Co-Founder von PaxMove. Wir bringen Werbung in Bewegung! Wir bieten regionalen Brief- und Paketdiensten und allen anderen Lieferdiensten quasi ein kostenloses Elektrofahrzeug für die Zustellung an. Und lokalen Werbepartnern bieten wir eine einzigartige Werbeplattform. Dafür haben wir ein Telematik-System entwickelt, mit dem wir auf den elektrischen Movern digitale Bildschirm-Werbung zielgerichtet in den Zustellbezirken ausspielen. Weil die Mover mit den Werbeeinnahmen finanziert werden können, sind sie eine echte Alternative zu konventionellen Fahrzeugen. Sie sind außerdem umweltfreundlich und sehr wendig, also optimal für Kurier- und Zustellfahrten in der Innenstadt geeignet.

Wie sind Sie auf die Idee gestoßen?
Beim Lüneboten in Lüneburg haben wir die norwegischen Paxter-Modelle erstmals gesehen. Wir haben uns überlegt, dass diese Fahrzeuge das Potenzial haben, mittelständische Kurier- und Zustelldienste wettbewerbsfähiger zu machen und gleichzeitig Emissionen zu senken. Die Idee, diese auffälligen Fahrzeuge als regionale Werbeträger zu vermarkten, entstand schnell. Bis zur serienreifen Lösung dauerte es allerdings knapp zwei Jahre mit vielen Stunden Grübelei, Anpassungen und Testfahrten.

Was machen Sie anders als andere?
Wir verlassen konventionelle Denkmuster und agieren interdisziplinär, indem wir Lösungen aus anderen Branchen mit den Bedürfnissen von Zustelldiensten, Anforderungen von Stadtentwicklern und Wünschen lokaler Werbetreibender verknüpft haben. Darüber hinaus haben wir ohne Investoren oder Fördergelder ein innovatives Technologieprojekt auf die Beine gestellt und zur Serienreife gebracht. Das macht uns unabhängig.

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Das erklärte Ziel lautet, zwischen 1.500 und 2.500 Mover im Markt zu haben und das Telematikkit deutlich weiterzuentwickeln. Wir planen auch, ihn in andere Staaten zu liefern, das wird ein sehr spannender Schritt und dafür müssen wir ein etabliertes Team an Bord haben. Wir hatten mal Vertreter eines großen deutschen Autobauers zu Besuch. Als sie verstanden hatten, was unsere Autos jetzt schon können, bekam der Teamchef glatt Schweißperlen auf der Stirn und ließ Städtenamen wie Mexico-City und Shanghai fallen – seitdem wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Vielleicht sieht man die Mover in fünf Jahren in anderen Teilen der Welt.

Was raten Sie anderen Jungunternehmern?
Als Unternehmer erlebt man jeden geschäftlichen Vorgang ungefiltert und unmittelbar. Damit umzugehen, muss man lernen. Man sollte sich ausschließlich auf sich selbst verlassen, aber immer wieder die eigene Idee, das Konzept, das Produkt, das Angebot hinterfragen und prüfen.

Vervollständigen Sie folgenden Satz: Mein Glück wäre perfekt, wenn….
…unser Mover viele Nutzer findet und wir damit ganz viele „Verbrenner“ ersetzen können.