Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld

Kurarbeiterzuschüsse erhalten Arbeitgeber zurück.
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Während der Coronakrise waren viele Unternehmen gezwungen, Mitarbeiter in Kurzarbeit zu beschäftigen. Für die Beschäftigten bedeutet das: Bei 100 Prozent Kurzarbeitergeld bekommen Kinderlose nur 60 Prozent ihrer bisherigen Netto-Bezüge. Mitarbeiter mit Kindern bekommen 67 Prozent. Weil das den Beschäftigten oft nicht reicht, haben viele Unternehmen da-rauf mit einem Zuschuss zum Kurzarbeitergeld reagiert – und das Kurzarbeitergeld zum Teil auf bis zu 100 Prozent der bisherigen Netto-Bezüge aufgestockt. Rückwirkend hat der Gesetzgeber diese Zuschüsse seit März 2020 innerhalb bestimmter Grenzen steuerfrei gestellt, Grundlage ist das zum 30. Juni in Kraft getretene Corona-Steuerhilfegesetz.

Zuschüsse neu berechnen
Für die Unternehmen bedeutet das: Bereits steuerpflichtig abgerechnete Zuschüsse der letzten Monate müssen jetzt rückwirkend steuerfrei abgerechnet werden. Da es sich bei den Zuschüssen meist um Nettolohnvereinbarungen handelt, profitieren Arbeitgeber von der Steuerbefreiung. Sie dürfen die Steuererstattung behalten. Wenn der Zuschuss zum Kurzarbeitergeld brutto gezahlt wurde, bekommt der Arbeitnehmer die Steuererstattung ausbezahlt. In jedem Fall muss der Arbeitnehmer den Zuschuss aber in der Steuererklärung angeben, da dieser dem Progressionsvorbehalt unterliegt und daher die Einkommensteuer erhöht.

So läuft die Erstattung
Das Finanzamt erstattet dem Arbeitgeber die zu viel gezahlte Lohnsteuer, sobald die Lohnabrechnungen der Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber korrigiert sind. Falls die Steuererstattung dem Arbeitnehmer zusteht, zahlt sie der Arbeitgeber an den Arbeitnehmer aus. Um die Steuererstattung zu erhalten, müssen Arbeitgeber prüfen, ob sie Netto- oder Bruttozuschüsse bezahlt haben. Eine Nachberechnung oder eine Korrektur der Zuschüsse in der Lohnabrechnung sind auf jeden Fall notwendig.

Soviel Geld gibt es zurück
Ein Arbeitgeber hat mit seinem ledigen Arbeitnehmer Steuerklasse I vereinbart, dass er einen Zuschuss zum Kurzarbeitergeld bekommt, sodass er 75 Prozent seines bisherigen Nettolohns während der Kurzarbeitsphase erhält. Der Arbeitnehmer verdient 2.500 Euro brutto und ist zu 100 Prozent in Kurzarbeit.

Steuerersparnis kann erheblich sein
Um die Lohnsteuer auf den Nettozuschuss zu berechnen, braucht man zuerst den Bruttozuschuss, denn der Arbeitgeber musste vor der Gesetzesänderung den Zuschuss brutto zahlen. Diesen erhält man, indem man den Nettozuschuss von 255 Euro durch 70 Prozent teilt. Das ergibt den Bruttozuschuss in Höhe von 364 Euro. Diesen multipliziert man mit dem Steuersatz von 30 Prozent – bei den 30 Prozent handelt es sich um eine Annahme. Somit kommt man auf 109 Euro Lohnsteuer auf den Nettozuschuss. Die Steuerersparnis berechnet man so: 109 Euro Lohnsteuer + 6 Euro Soli + 9 Euro Kirchensteuer ergibt 124 Euro. Das mal vier macht 496 Euro Steuerersparnis für die Monate April bis Juli 2020.

In der Beispielrechnung bekommt der Arbeitgeber 496 Euro vom Finanzamt erstattet. „Bei einem Betrieb mit zehn Arbeitnehmern ist das eine Steuerersparnis von 4.960 Euro für die zurückliegenden Monate“, rechnet Ecovis-Steuerberater Dirk Eichler vor.

Rechenbeispiel:

Gehaltsbestandteile und Zahlungen Betrag
Bisheriges Nettogehalt 1.700 Euro
75 Prozent des Nettogehalts 1.275 Euro
Höhe des Kurzarbeitergelds ca. 1.020 Euro
Nettozuschuss (1.275 Euro minus 1.020 Euro) 255 Euro
Lohnsteuer auf Nettozuschuss (Annahme 30 Prozent) 109 Euro
Solidaritätszuschlag 6 Euro
Kirchensteuer 9 Euro
Steuerersparnis des Arbeitgebers für die Monate April bis Juli 2020 496 Euro